Blogtipp + Q&A für Bloganfänger – Der MitEsser

Der MitEsser und seine Lieblingskochbücher

Valentin und seine Lieblingskochbücher

Valentin Heller, ein leidenschaftlicher Hobbykoch, der dich und deine Gäste auf Anfrage zu Hause besucht und für einen Abend bekocht, ist Der MitEsser. Der MitEsser, weil er nach dem Kochen mit den Gastgebern gemeinsam isst und sich so für seine Leistung belohnen lässt. Auf seinem Blog findest du nicht nur Rezepte der mediterranen Küche, sondern auch Wissenswertes zu den jeweiligen Gerichten und Restaurantempfehlungen.

Das Ganze wird präsentiert mit ansprechenden Fotos, bei denen man definitiv Lust auf Essen und Kochen bekommt – und das sage ich als eine unglaublich kochfaule Person! Da würde ich meinen, hat der Herr MitEsser alles richtig gemacht.

Ich wurde auf „Der MitEsser“ noch im Bachelorstudium aufmerksam. Da sah Valentins Blog noch ganz anders aus – viel bunter als heute aber trotzdem nicht überladen. Schon damals fiel sein Geschick beim Fotografieren der Gerichte auf. Seine ungewöhnliche Idee als Foodblogger und Hobbykoch andere zu bekochen, machte den Blog für mich interessant. Für dich drehte ich den Spieß um und traf den MitEsser mal in seiner eigenen Küche. 
Seine Passion für’s Kochen erkennt man sofort. Selbst an den Wänden hängen Töpfe, Pfannen und Messer in allen Größen und Formen. Auf den offenen Holzregalen stehen Gläser mit Gewürzen und allerlei Küchengeräte. Die Küche selbst ist klein, aber sehr gut durchorganisiert und praktisch designed. Gleich nach der Ankunft, zeigt mir Valentin, wie konnte es bei einem Hobbykoch auch anders sein, seine Vorratskammer. Und tatsächlich – zahlreiche Packungen Spaghetti und viele weitere Vorräte, die ich auf Anhieb gar nicht alle überblicken kann, schauen mir aus der Dunkelheit entgegen. Spaghetti mit Tomatensauce ist sein Herzens-Gericht – und das schon seit seiner Kindheit.

Ich habe angefangen zu kochen, weil ich schon immer einen großen Appetit hatte, der gestillt werden musste! – Valentin Heller

Auf die Idee einen Foodblog zu starten brachten ihn seine Freunde, die er bis dahin nicht selten bekocht hatte. Seine Vorliebe für selbstzubereitetes Essen und sein Können in der Küche hat er wohl seinem Elternhaus zu verdanken. Hier wurde er schon von klein auf in die Abläufe beim Kochen eingebunden. Für den Rest und den letzten Schritt, sorgte letztendlich sein Studium. Valentin studiert Medien- und Kommunikationswissenschaften. Sein Blog entstand im Rahmen eines Projekts.

D: Gibt es Kochbücher die du nie hergeben würdest oder bestimmte Inspirationsquellen, die dich in deinem Blog beeinflussen?

V: Ich würde sagen es ist eine Mischung aus verschiedenen Köchen und Kochbuchautoren. Ich habe relativ früh angefangen Jamie Oliver zu schauen. Damals war er recht unbekannt in Deutschland. Seine Kochsendung lief nachmittags auf RTL II. Das habe ich mir manchmal angeschaut. Das war ganz schlecht synchronisiert. Aber es war lustig, wie er gekocht hat. Bei ihm gefiel mir von Beginn an seine unkomplizierte Art zu kochen. Wenn er was erklärt, dann macht er das nicht auf eine dogmatische Art, wie es andere Köche tun. Er ist jemand, der auf Augenhöhe kocht. Ein ganz einfacher Mann.

Wer mich noch heute inspiriert ist Yvette van Boven (mit ihrem Kochbuch Homemade). Ich war tatsächlich letztes Jahr in ihrem Restaurant in Amsterdam, das sie mit ihrem Cousin gegründet hat. Sie ist überall in Europa unterwegs und das merkt man auch an der Küche, sie ist total bunt europäisch und innovativ. Aber auch einfach.

Was mich vom Format her inspiriert ist das Buch Kinfolk von Nathan Williams. Hier gibt es Porträts von Personen und deren Rezepte. Kinfolk wird in der Zukunft ein Vorbild für mein Blog sein. Ich möchte verschiedene Menschen über ihre Rezepte auf meinem Blog vorstellen. D.h. sie werden kochen und ich werde über sie auf meinem Blog schreiben. Das habe ich schon paar mal ausprobiert und das funktioniert ganz toll. Zukünftig soll es nicht nur um mich gehen, sondern um Andere.

D: Du bloggst schon seit dreiundhalb Jahren und hast in der Zeit viel Erfahrung gesammelt. Welchen Ratschlag hättest du für Blogger, die gerade anfangen wollen?

V: Als Erstes sollte man sich mit Leuten, die man gut leiden kann, über seine Ideen austauschen und fragen wie sie es finden. Und Zweitens ist es wichtig, dass man einfach anfängt und Chancen nutzt. Auch wenn es Uni bezogen ist. Ich kann es nur empfehlen sich Mühe zu geben und sich darauf einzulassen. Wenn es schief geht ärgert man sich. Aber wer sich keine Mühe gibt, ärgert sich hinterher auch, weil er es nur für die Note gemacht hat.

D: Als Nächstes stellt sich für jeden Anfänger die Frage, wie betreibe ich meine eigene Seite. Deine Seite ist selbst gehostet. Konntest du schon vorher programmieren?

V: Nein, ich habe damals mit WordPress angefangen. Das ist das einfachste und gängigste Tool. Verständnis für Programmiersprachen und allgemeinen Aufbau einer Seite bekommt man, während man anfängt. Damit muss man sich einfach beschäftigen. Nach und nach kommt das Wissen.

D: Ähnlich ist es auch mit dem Fotografieren von Essen. Am Anfang ist es gar nicht so einfach die Gerichte so abzubilden, wie man es sich wünscht. Wie kriegt man es so hin, dass es einem selbst und am besten noch anderen gefällt? Dir gelingt es ganz gut.

V: Wenn ich zurück denke – puh es war am Anfang sehr schwierig das so hinzubekommen, dass es schön aussieht. Seit den dreiundhalb Jahren, die ich das mache, hat sich die Optik stark verändert. Und das muss sich eben entwickeln. Dazu gehört Übung und die richtige Herangehensweise. Wer mit dem Anspruch herangeht, so auszusehen wie andere Foodblogs und Foodzeitschriften, der kommt nicht weit. Das kann man nur schwer nachstellen, wenn man kein Studio und kein künstliches Licht hat. Ich würde für Anfänger sagen: Anfangen ist das Wichtigste. Wer nicht übt, der kommt nicht weit. Und wer es letztendlich nicht veröffentlicht, der hat nicht den Druck im Nacken besser zu werden. Denn nur so wird man lernen: ‚Ok, ich habe das jetzt gekocht, aber das sieht nicht ganz so aus, wie ich es mir erhofft hatte, ich muss trotzdem was daraus machen.‘ Das darüber hinaus das Essen auch mal kalt wird ist ein Nebeneffekt. Mittlerweile entwickle ich meine Rezepte ganz anders. Ich würde heute nicht auf die Idee kommen das Essen gleich nach dem ersten Kochen zu fotografieren, geschweige denn hochzuladen. Ich koche das ein paar mal, überlege mir neue Zutaten und schöne Hinter- bzw. Untergründe auf denen ich das Essen präsentieren könnte.

Ein Tipp wäre auch, zu normalen Tageszeiten fotografieren, dann wenn genügend Licht in die Küchen kommt. Notfalls muss man rausgehen.

Es ist außerdem wichtig zu wissen, wie das Gerät mit dem man fotografiert, funktioniert. Da die Fotos bei einem Foodblog das Wichtigste sind, sollte man in gute Technik investieren. Vor allem Zeit darin investieren, sich mit der Technik, mit der man arbeitet, auseinanderzusetzen. Da sind Fotografie-Kurse keine schlechte Idee. Die sind gut, um das Technische kennenzulernen und Leute zu treffen, mit denen man sich später austauschen kann.

D: Was gehört zu deiner Ausrüstung?

V: Eine Vollformatspiegelreflexkamera. Für den Einstieg ist aber jede Spiegelreflexkamera ausreichend. Bei Bedarf kann man die Objektive wechseln. Nötig ist eine Festbrennweite mit niedriger Blendenzahl. Zum Beispiel ein 50 mm Objektiv mit einer Blende von 1.8. Damit erreiche ich eine geringe Tiefenschärfe. D.h. ich kann das Essen oder einen Teil vom Teller anfokussieren und dahinter ist es schön unscharf. Der Vorteil dabei ist, der Hintergrund lenkt nicht von dem Essen ab.

Vielen Dank an Der MitEsser für das Treffen. Ich wünsche dir noch viel Erfolg und weiterhin gutes Gelingen bei deinem Blog!

Kochst du auch gerne? Wo lässt du dich inspirieren? 

Signatur-Darya

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